Berichte von unseren Reisen

Perth II

Tag 2

Für heute war die Übernahme des Wohnmobils und das Training zur Beherrschung dieses Allradfahrzeuges unter schwierigen Geländebedingungen angesagt.
Ursprünglich wollten wir dann schon am frühen Abend losfahren, was uns aber, von hier besehen etwas unnötige Hektik beschert hätte. Also verlängerten wir unseren Hotelaufenthalt um eine Nacht, übrigens zu einem wesentlich günstigeren Preis als die beiden vorhergegangen, die wir übers Reisebüro gebucht hatten – diese Erfahrung sollte sich in den nächsten Wochen noch mehrfach bestätigen.
Mit dem Taxi fuhr ich also bis zur BRITZ – Niederlassung am Stadtrand und war ziemlich aufgeregt, insbesondere wegen des Trainings. Am Schalter wurden vor mir gerade zwei Kunden bedient, in akzentfreiem Deutsch. Na wunderbar, da konnte ja gar nichts schief gehen, dachte ich. Die dritte Angestellte, die mich dann versorgte, sprach ebenfalls akzentfrei – englisch. Trotzdem klappt die Verständigung problemlos. Probleme gab es mit der vorbestellten Campingausrüstung. Es waren nur mit Mühe noch zwei Campingstühle aufzufinden und an Stelle des Klappspatens musste ich einen normalen Spaten nehmen, beides dafür ohne Bezahlung.
Dann traf Ray, der Fahr-Trainer ein, der erklärte mir noch einige nützliche Details für den Fall einer Panne und checkte das Fahrzeug mit mir durch. Jetzt mussten wir nur noch auf seine Kollegin warten, die uns begleiten sollte. Wir wollten auf einer Strecke fahren, auf der am kommenden Wochenende eine große Allradveranstaltung stattfinden sollte. Die Frau wollte sich dort nach geeigneten Fotopunkten umsehen und noch etwas Müll aufsammeln.
Während wir warteten, erklärte mir Ray noch schnell das CB-Funkgerät, über das er mir unterwegs Hinweise geben wollte.Die Strecke befindet sich „etwas außerhalb“ von Perth. „In einer Stunde oder so sind wir dort, unterwegs kannst du dich ja an dein Fahrzeug gewöhnen“. Nach knapp 80 km bogen wir vom Highway ab und ich erfuhr, wie man den Allradantrieb einschaltet. Dann ging es erstmal einige Kilometer über eine relativ einfache Strecke. Auf einmal standen wir dann vor ein paar riesigen Wasserlöchern. Dort übte ich Wasserdurchfahrten und bekam an einer Stelle auch die Grenzen meines Zwitters aus Wohnmobil und Geländewagen demonstriert, aber mit Rays klaren Anweisungen war es kein Problem wieder aus dem Schlamm herauszukommen.
Das Training lief so ab, dass Ray mit seinem Wagen das Element vorführte und ich dann alles nachmachte. Mit der Zeit kamen wir an Stellen, an denen ich normalerweise nicht auf die Idee gekommen wäre, mit dem Auto da lang zu fahren und wenn ich zu Fuß wäre, hätte ich mir ebenfalls einen bequemeren Weg gesucht. Aber das Auto machte alles brav mit und nach einiger Zeit hatte ich mich auch an die Geräusche der lustig im Schrank umher springenden Küchenausrüstung gewöhnt. Mit der Zeit wich dann schließlich die nervliche Anspannung und es machte richtig Spaß.
Unterwegs wies mich Ray immer wieder auf Kängurus hin, die er irgendwo sah, aber ich war offensichtlich zu sehr auf den Weg konzentriert, ich sah keine. Die Zeit verging wie im Flug und nachdem ich noch eine besonders schöne Strecke quasi als Abschlussprüfung absolviert hatte, brachte mich Ray am frühen Nachmittag zur Straße, die zum Highway führte, und wir verabschiedeten uns. Er hatte mit seiner Kollegin noch einiges an der Strecke vorzubereiten.
Die Rückfahrt verlief problemlos und auch das Hotel fand ich auf Anhieb wieder.

Hier blieb mir wenig Zeit zum Ausruhen, denn wir wollten noch in den Kings Park, wo es einen Weg geben sollte, der sich über Brücken durch die Kronen von mächtigen Eukalyptusbäumen zieht. Um in den Park zu kommen nutzten wir den kostenlosen Stadtbus. Zusätzlich zu den 3 innerstädtischen Linien sind sämtliche Buslinien im Bereich der Innenstadt von Perth kostenlos. Nun, für die ersten 4 Stationen brauchten wir denn auch ungefähr 20 Minuten, gelaufen wären wir die Strecke in etwa 10 Minuten. Schließlich kamen wir doch am King Park an und fanden auch eine Orientierungstafel, die uns die Richtung zum Tree Top walk – also dem Weg durch die Baumspitzen - wies.
Da es schon ziemlich spät war, eilten wir ziemlich durch diesen herrlichen Park, der sicherlich einen ganzen Besuchstag wert gewesen wäre. Uns fielen die vielen herrlichen exotischen Vögel, Kakadus und bunte Papageien auf; zu überhören waren sie eh nicht. Schließlich kamen wir eine halbe Stunde vor Schließung des Weges dort an. Irgendwie hatten wir uns das Ganze doch etwas größer vorgestellt, wahrscheinlich unter dem Eindruck der Beschreibung des Nornalup Tree Top Walk im Süden von Westaustralien, den zu besuchen die Zeit leider nicht reichte. Trotzdem war es schon eindrucksvoll, in Höhe der Kronen durch die Bäume zu spazieren. Den Rückweg durch den Park und die Stadt erledigten wir dann komplett zu Fuß und waren ganz schön geschafft, als wir wieder im Hotel eintrafen.