Berichte von unseren Reisen
Monkey Mia
Tag 6
Wie wir an der Rezeption des Campingplatzes erfahren hatten, begann die Delphinfütterung in Monkey Mia, ca. 20 km entfernt von Denham, täglich gegen 8 Uhr, abhängig vom Erscheinen der Tiere. Also mussten wir heute zeitig aufstehen, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Wir waren kurz vor 8 Uhr an der Kasse und bekamen die Auskunft, dass die Tiere heute besonders früh dran waren. Am Strand oder genauer gesagt im Wasser stand schon eine Rangerin, die sich mit den Tieren beschäftigte. Etliche Besucher waren ebenfalls schon da, allerdings nicht annähernd die Massen, die wir erwartet hatten. Gut für uns, so konnten wir mehr sehen.
Im Gegensatz zu früher, als jeder wahllos ins Wasser zu den Tieren durfte und sie mit allem möglichen füttern konnte, was natürlich tödlich war, werden heute nur einige wenige ausgewählte Tiere mit einer bestimmten (geringen) Menge Fisch gefüttert. Da man sich aber der Tatsache bewusst war, dass viele Leute tausende Kilometer Weg auf sich nehmen, um einmal einen Delphin zu füttern, werden bei jeder Fütterung einige wenige Zuschauer ausgewählt, die den Tieren einen Fisch ins Maul legen dürfen. Obwohl zu dieser frühen Stunde noch nicht so viele Zuschauer da waren, hatten wir natürlich kein Glück. Nachdem die Delphine bemerkt hatten, dass die Eimer leer waren, zogen sie sich ins tiefere Wasser zurück.
Wir beschlossen eine Fahrt mit dem Katamaran zu buchen, um vielleicht auf dem Meer noch mehr Delphine und vielleicht auch andere Tiere zu sehen.
Als wir aus dem Buchungsoffice zurückkamen, hatte sich am Strand schon wieder eine Menschentraube gebildet. Die Delphine hatten schon wieder Hunger. Normalerweise hätte das eine Stunde dauern sollen, aber total ungewöhnlich ist es auch nicht. Also schauten wir auch bei der zweiten Fütterung zu.
Anschließend bummelten wir durch die Souvenirläden, da noch Zeit bis zu unserer Bootstour war. Als wir wieder am Strand waren, tauchten die Delphine erneut auf. Und schon kamen auch die Rangerinnen mit den Futtereimern wieder. Diesmal standen wir optimal und bei der abschließenden Futterfischverteilung hatte Tina Glück. Sie durfte nach vorn und einen Delphin füttern. Ein perfekter Abschluss des Tages – obwohl es ja erst kurz vor 10 war.
Da täglich nur maximal 3 Vorführungen bzw. Fütterungen stattfinden, hatten die Massen, die jetzt nach und nach eintrafen, einen schlechten Tag erwischt. Sie mussten, um überhaupt Delphine zu sehen, eine der zahlreich angebotenen Bootstouren buchen. Als unsere Tour näher rückte, fürchteten wir schon, die Einzigen an Bord zu sein, aber kurz vor Abfahrt kamen noch eine australische und eine französische Familie an Bord. Der Kapitän hielt eine kurze Einführungsrede und dann ging es los. Für die weitere Unterhaltung war eine junge Holländerin zuständig. Zuerst musste das Segel gesetzt werden. Daran sollten sich alle Männer beteiligen, da nicht allzu viele davon an Bord waren, durften auch die Frauen helfen.
Als die Arbeit getan war, fuhren wir los und schon nach wenigen Minuten begleitete uns eine kleine Gruppe von Delphinen, die offensichtlich Freude daran hatten, vor dem Katamaran herzuschwimmen.
Später war dann eine einzelne Seekuh zu sehen, die aller 3 Minuten auftauchte. Um diese Jahreszeit gehört schon großes Glück dazu, so ein Tier hier anzutreffen, da das Wasser noch relativ kalt für die eher Wärme liebenden Seekühe ist. Die Zeit verging wie im Fluge, während wir Ausschau nach weiteren Tieren hielten. Auf dem Rückweg war noch eine Riesenschildkröte zu sehen.
Bevor wir wieder in Richtung Strand zurückfuhren, durfte wer wollte seine Badesachen anziehen und in den großen Netzen am Heck Platz nehmen. Leider hatten wir nichts dabei, was annähernd als geeignete Kleidung zu bezeichnen war. Denn als der Skipper dann den Motor anwarf, wurden die zwei oder drei Mutigen ganz schön im Wasser herumgewirbelt. Aber auch das Zuschauen machte Spaß.
Nachdem wir von Bord gegangen waren, beschlossen wir, den Rest des Perron Nationalparks in Ruhe zu lassen und stattdessen noch ein paar Kilometer zu schrubben. So viel, wie wir heute schon gesehen und erlebt hatten, sollte für einen Tag reichen. Und so fuhren wir noch bis Carnarvon, wo wir im Motel ein einfaches, aber gemütliches Zimmer bekamen. Die „Stadt“ an sich war nichts als eine Ansammlung einiger flacher Gebäude, außer einem hübschen Kinderspielplatz fanden wir keine besonderen Attraktionen.